Blogtour: Lili Brown Reihe von Eva Seith


Herzlich Willkommen zur Blogtour zur Buchreihe um „Lili Brown von Eva Seith“. Seit Montag erhaltet ihr ja schon verschiedene Einblicke in die Bücher und zu den einzelnen Protagonisten.

Gestern habt ihr beispielsweise bei Janet viel über den Abschlussband der Reihe erfahren und schon morgen geht es bei Bianca zum Abschluss um die Autorin selber.

Doch heute geht es bei mir um ein Thema, welches den ein oder anderen beim Lesen der Bücher eventuell stutzig gemacht hat. Kommen Eltern in den Büchern schlecht weg?


Wenn man sich den Vergleich zum Familienbild der früheren Zeit zur heutigen mal genauer anschaut, dann muss ich sagen dass sich hier einiges geändert hat. Es ist mit Sicherheit viel gutes entstanden, aber gleichzeitig auch einiges schlechtes.

Das heile Welt Familienbild kommt etwas ins Wackeln und die Familien zeigen Ecken und Kanten, sie sind greifbarer und dadurch natürlich auch angreifbar.

Ich muss sagen, dass auch in meiner Familie immer mal wieder einen Streit, Unstimmigkeiten oder kleinere bis größere Probleme gab und dennoch würde ich sagen dass ich eine rundum intakte Familie habe. Was meiner Ansicht nach auch daran liegt, dass bei uns über Dinge gesprochen wird. Zwar auch nicht alle, aber gravierende Sachen werden immer angesprochen und versucht eine Regelung zu finden.

In den Familien heutzutage ist es leider oft so, dass die Kommunikation vergessen wird. Oft werden Probleme einfach in den hintersten Ecken unseres Gehirns verstaut und weggesperrt. Kein Wunder, dass hierbei Familien auseinanderbrechen können. Sie können ohne das Reden überhaupt keine Verbindung zueinander aufbauen, auf welcher das Vertrauen und die „heile Welt“ nun mal steht.

Die Autorin hat mir Ihre Sichtweise der Dinge über „heile Familien“ aufgezeigt und möchte euch nun gerne erläutern, warum die Eltern ihrer Protagonisten vielleicht nicht die einfachste aber dafür die derzeit durchaus mit gängigste Kindheit haben.


Keine einzige heile Traumfamilie bei den Protagonisten? Geht das in einem Kinderbuch? Ich sage JA, die Gesellschaft ist im Wandel. Traumfamilien sterben aus und die Leser wollen sich identifizieren. Es geht auch anders. Die sogenannte heile Familie kann auch aus Freunden, Mentoren und Lehrern bestehen.

Immer mehr Jugendliche wachsen nicht mehr in einer sogenannten heilen Familie auf. Wie es Generationen vor uns gewohnt waren:
Mutter Hausfrau (höchstens teilzeitbeschäftigt)
Vater der Ernährer und Entscheider

Inzwischen wird jede zweite Ehe geschieden. Immer mehr Kinder leben in sogenannten Patchwork Familien, pendeln zwischen den verschiedenen Wohnorten hin und her und müssen einen Weg zwischen den Konflikten ihrer getrennten Eltern finden. Nicht selten zwischen der Frustration verlassener und überforderter Mütter, die sozial mehr und mehr ins soziale Aus geraten. Ständig überfordert mit Geld verdienen, Haushalt, Kindererziehung und Stress mit dem Ex. Die darüber nicht selten vereinsamen, weil sie sich kaum noch etwas leisten können und für soziale Kontaktpflege kaum noch Zeit haben.

Und Vätern, die immer öfter den Unterhalt fürs Kind schuldig bleiben, ihrer Karriere einfach fortsetzen können, unter der Woche ausgehen und eine neue Liebe finden können und dann die alten „Verpflichtungen“ nur allzu gerne verdrängen.

Auch in den sogenannten heilen Familien sieht es selten gut aus. Frauen sind immer besser ausgebildet und wollen selbst auch ihre Träume und Begabungen leben. Sie zerbrechen nicht selten daran, Mutter, Ehefrau, Geliebte, Hausfrau und kompetente Berufstätige gleichzeitig sein zu müssen. Nur wenige Männer begreifen langsam, dass auch ihre Rolle sich ändern muss, dass Kinder und Haushalt sie ebenso viel angehen, wie ihre Frau. Von einer klaren Rollenverteilung Männer mit allen Rechten und untergeordneter Ehefrau zu einer gleichberechtigten Partnerschaft auf Augenhöhe zu kommen schaffen bis heute nur wenige Paare.

Schon lang geraten auch Kinder sogenannter heiler Familien immer öfter in Schwierigkeiten, finden zuhause kaum noch Unterstützung und Halt.

Schon lange ist eine „heile“ Familie kein Garant mehr dafür, dass aus Kindern etwas „Ordentliches“ wird. Genauso wenig, wie nicht jedes Kind einer alleinerziehenden Mutter automatisch in Harz IV oder auf der kriminellen Laufbahn endet. Dennoch halten sich diese Vorurteile hartnäckig, denn sie sollen Frauen davon abhalten auszubrechen.

Arbeitgeber, Staat, Schulen … reagieren viel zu langsam auf den Wandel der Gesellschaft und halten mitunter mit beispielloser Sturheit, Borniertheit und Kleindenkerei an alten Strukturen fest.

So suchen und finden immer mehr Jugendliche den sozialen Halt, Unterstützung und Förderung ihrer Begabungen nicht mehr im Elternhaus sondern in Lehrern, Dozenten, freundlichen Nachbarn, Großeltern, Freunden …

Ich wollte eine Kinder- und Jugendbuchreihe schreiben, in dem die Jugendlichen sich mit den Protagonisten wirklich identifizieren können, in dem nicht mehr permanent eine Rollenverteilung und einer sozialen Struktur publiziert wird, die längst keine Gültigkeit mehr besitzt. Die Lili-Brown-Trilogie ist eng mit meiner eigenen Biografie verknüpft.

Wen erstaunt es, dass die Bücher auch heute noch aus genau den genannten Gründen abgelehnt werden. Verleger, Mitarbeiterinnen von Büchereien und Lektoren haben mir nicht selten gesagt, dass ein Kinderbuch ohne heile Weltfamilie keine Chance hat, sich gut zu verkaufen. Und das, obwohl Harry Potter seit 20 Jahren längst das Gegenteil bewiesen hat.

Die Charaktere im Buch und ihr Familienbild:


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Lili Brown (Zachowski) → Hauptprotagonisten in der Lili-Brown-Trilogie
Tochter einer überforderten alleinerziehenden Witwe

Ihre Mutter ist voll berufstätige Börsenmaklerin, verwitwet undständig an der Überforderungsgrenze. Ihr Vater verlässt die Familie als Lili 5 Jahre alt ist und verstirbt später.

Sie wächst unter der Woche bei ihrer Großmutter auf, die als erstes ihre besondere Gabe erkennt, fördert und für die damit verbundenen Familienkonflikte eine Lösung findet, das IHPBF.

Dort findet Lili dann endlich auch Freunde. Jugendliche, die ebenso wie sie „besonders/seltsam“ sind, eben außergewöhnlich, anders! Sie erfährt Freundschaft, Zusammenhalt und Akzeptanz und erkennt, dass es okay ist, anders zu sein. Sie findet auch eine Lehrerin, die sie in ihren Begabungen unterrichtet und weitere Erwachsene, die sie auf ihrem unkonventionellen Weg unterstützen und anerkennen.

Durch diese Menschen lernt sie nach und nach, ihrer Begabung und ihrem vorgezeichneten Weg zu vertrauen. Sie gewinnt zunehmend an Sicherheit und kann dadurch wichtige Entscheidungen treffen.


 
Bildrechte Shutterstock



Ariane Hansen → beste Freundin
Tochter geschiedener Eltern, die beide nur ihre Karriere im Kopf haben

Ihre Mutter ist Wissenschaftlerin (Archäologin/Agyptologin) und ihr Vater ist ebenfalls Wissenschaftler (Ornithologe), beide voll berufstätig und fast immer im Ausland unterwegs.

Ariane fliegt von mehreren Internaten und kommt dann mit 12 Jahren ins IHPBF.

In Arianes Geschichte erfahren wir, dass sie nur aus Einsamkeit die große Rebellin raushängen lässt. Sie ist einsam und vernachlässigt, auch wenn es ihr nie an finanzieller Unterstützung fehlt, so fehlt es ihr an der Aufmerksamkeit und direkten Nähe der Eltern. Die Begegnung mit Lili ist entscheidend für ihren Lebensweg, weil sie durch Lilis Fähigkeiten und die damit verbundenen Abenteuer ihre eigenen Fähigkeiten der analytischen Denkerin und Kriminalistin ausleben kann und damit sogar Anerkennung erntet. Ihr Helfen, Lenken und ihre Tatkraft verhelfen in vielen Fällen zur Lösung. Ihre Loyalität, ihr Scharfsinn und ihre Fähigkeit Gedachtes in die Tat umzusetzen, sind Lili ein große Stütze. Sie erkennt, dass sie gebraucht wird, wichtig ist und erfährt durch ihre erfolgreichen Lösungen die Anerkennung und Sicherheit, die ihr Halt gibt. Die Notwendigkeit, ständig überall auszubrechen, verliert sich. 



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Cornelius Feldeisen → hilfsbereiter Freund
Sohn einfacher aber intakter Verhältnisse, die seine Fähigkeiten nicht fördern können

Seine Mutter ist Hausfrau, immer zu Hause präsent jedoch gleichzeitig sehr überführsorglich.

Sein Vater ist Postbote und hat somit einen geregelten Arbeitstag, bei welchem er viel Zeit für seine Familie einbringen kann.

Als hochbegabter Sohn einfacher Menschen, wächst er zwar in einer sogenannten intakten Familie auf, muss aber früh feststellen, dass er seinen Eltern intellektuell überlegen ist und hier wenig Förderung und Verständnis findet, auch wenn sie mächtig stolz auf ihn sind, als er mit 12 Jahren ans IHPBF kommt.

Er wird bedingungslos geliebt und muss dennoch feststellen, dass diese Liebe allein nicht reicht, um ihn auf seinem Weg voran zu bringen. Er ist überall ausgeschlossen, da weder seine Eltern, noch Gleichaltrige seinem genialen Verstand folgen können und somit keine adäquaten Gesprächspartner mehr sind. Er fühlt sich einsam und lebt mehr im World Wide Web, als in der realen Welt. Er ist kaum fähig zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Da er sich permanent überlegen und missverstanden fühlt. Erst durch die Begegnung mit Lili und Ariane, die ebenfalls ausgeschlossenen sind, und durch die Begegnung mit Dr. Jaworski und Prof. Leuchtergund, die ihm intellektuell das Wasser reichen können, kann er endlich Vertrauen und Sicherheit finden, seinen Weg zu verfolgen und als gut und richtig zu empfinden. Er erlangt Selbstbewusstsein und erfährt, dass er gebraucht und seine Leistung anerkannt wird. Das macht es ihm möglich, sich endlich echten menschlichen Beziehungen zu öffnen.


Die Antwort auf die ursprüngliche Frage Kommen Eltern hier schlecht weg? Ist also eindeutig ein NEIN!

Eltern sind wunderbar und wichtig aber auch ihre Rolle ist im Wandel und nicht immer können sie selbst all das leisten, was für das Schicksal ihrer Kinder notwendig ist, auch wenn sie ihre Kinder ehrlich lieben. Dann ist es wichtig und groß, loszulassen und diese Kinder ohne Verlustangst und Eifersucht für andere Begegnungen frei zu geben. Und kein anderer sollte sich darüber ein Urteil erlauben.


Beantworte bitte als Kommentar:

Was glaubt ihr: Gibt es die „heile Familie“ noch?

Unsere Gewinne

Preis 1: Ein Taschenbuch der Trilogie nach Wahl mit Widmung + je 3 signierte Lesezeichen
Preis 2: 5 signierte Lesezeichen von jedem Band
Preis 3: 3 signierte Lesezeichen von jedem Band

Teilnahmebedingungen:

Verfolgt unsere Tour und beantwortet täglich die jeweilige Gewinnspielfrage unter den Beiträgen und schon seid ihr mit dabei !!!
Damit ihr keinen der Beiträge verpasst, seid ihr herzlich eingeladen bei unserer
FB Veranstaltung zur Lili-Brown-Blogtour
mitzumachen.
Da verpasst ihr dann garantiert nichts ;)

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel seid ihr mit den Teilnahmebedingungen zur Blogtour "Lili-Brown-Trilogie"
einverstanden !!!!


Blogtourfahrplan:


Dann hoffe ich auf rege Teilnahme bei unserer schönen Blogtour und wünsche euch einen schönen Tag.




Kommentare:

  1. Guten Morgen! :D

    Ich denke es gibt in jeder Familie Höhe und Tiefen, was bei einem zusammmmenleben ziemlich normal ist.
    Harmonische Familien gibt es dabei auch. Also von dem her würde ich behaupten in manchen Fällen schon.
    Danke für deinen schönen Beitrag.

    Liebe Grüßle sende ich Dir, Susanne

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  2. huhu

    ist das eine fanfrage ? meine ist es jedenfalls nicht wird nur geheuchelt

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  3. Hallo,

    also immer harmonisch ist es wohl in keiner Familie. Jede hat mal Höhen und Tiefen.

    LG
    SaBine

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    1. Das ist richtig. Mit "heile Familie" ist hier auch nicht gemeint, dass es keine Differenzen gibt, sondern eher das klassische Familien-Modell vorheriger Generationen: Vater arbeitet, Mutter bleibt bei den Kindern zuhause.

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  4. Ja, ich denke schon das es so was noch oft gibt.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  5. Interessante Blogtour. Du machst ja wirklich mehrere Blogtouren mit ;-) Die Schildkröten-Blogtour reicht mir erst einmal. LG und schönes Wochenende ;-)

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  6. Hallo,
    danke für den interessanten Beitrag. Eine ganz heile Familie gibt es bestimmt nicht. Das kann mir keiner erzählen. Da gibt es doch das Sprichwort: Vorne hui und hinten pfui. Der äußere Schein trügt häufig.
    LG
    Anni

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  7. Halli hallo,

    in einem Buch oder Film bestimmt, aber nicht im wirklichen Leben. Daran glaube ich irgendwie nicht.

    Viele Grüße,
    Olga

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  8. natürlich gibt es die nicht-denn jeder hat seine Leiden und seine Päckchen zu tragen!!
    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

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  9. Danke für diesen interessanten Beitrag!
    Ich glaube, dass nichts im Leben immer "heil" sein kann, auch eine Familie nicht. Aber ich glaube auch, wenn man offen und ehrlich zueinander(und vor allem zu sich selbst) ist, und dann vielleicht auch noch bereit ist, anderen (und sich selbst) gewisse menschliche Schwächen und Fehler zu verzeihen, schafft man es fast immer, die sprichwörtlichen Scherben zusammen zu fegen und dann doch alles wieder mehr oder weniger heil zu machen.
    LG

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    1. Eine tolle und richtige Einstellung. Hut ab!

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  10. Hallo,

    ich denke schon, dass es sie noch geben kann, aber dass sich natürlich die traditionelle Familie auch verändern muss... wichtig ist einfach ein guter Zusammenhalt innerhalb der Familie und dass sich alle gegenseitig unterstützen ,)

    LG

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  11. Hallo :)

    gute Frage, man weiß ja nie, wie es im Inneren abläuft. Die heile Familie, was meint man damit? Jeder hat Schwächen, Stärken, vielleicht auch Leichen im Keller. Also tendiere ich mal dazu Nein zu sagen :)

    Ganz liebe Grüße
    Jutta

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  12. Hallo,
    meiner Meinung nach gab es die "heile Familie" nie.
    Auch früher gab es in den Familien Probleme die wurden nur nicht so offen gezeigt wie in der heutigen Zeit.
    Gruß
    Michaela

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